Online-Veranstaltung 21.01.21
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Neue Gas-Importstrukturen in Deutschland? – Fossilen Lock-in verhindern!

Teil 2 der Online-Reihe zum Gasausstieg von Imke Byl und Julia Verlinden (MdB)

Das heute in Deutschland verbrauchte Gas wird fast ausschließlich als fossiles Gas über Pipelines aus Russland, Norwegen und den Niederlanden geliefert. Doch angesichts des Pariser Klimaabkommens müssen die Treibhausgasemissionen dringend sinken, auch Erdgas ist für CO2- und Methanemissionen verantwortlich.

Aktuell werden an mehreren deutschen Häfen Planungen vorangetrieben, um mithilfe von LNG-Terminals Gas zu importieren – als Flüssigerdgas (LNG = Liquified Natural Gas). Auch die Gaspipeline durch die Ostsee Nord Stream 2 steht kurz vor ihrer Fertigstellung.

Angesichts dieser Ausgangslage haben Imke Byl, umwelt- und klimapolitische Sprecherin der Grünen im niedersächsischen Landtag, und Julia Verlinden, energiepolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, mit Expert*innen und Interessierten am 21. Januar 2021 online über die Frage diskutiert, ob diese Importstrukturen für (fossiles) Gas überhaupt notwendig sind.

Constantin Zerger, Bereichsleiter Energie und Klimaschutz der Deutschen Umwelthilfe e.V., beschrieb seine Einschätzung der aktuelle Situation so: "Erdgas wurde lange als Teil der Lösung verkauft - damit müssen wir jetzt aufräumen. Es ist Teil des Problems und wir müssen so schnell wie möglich daraus aussteigen. Wie kann man im Jahr 2021 angesichts der Klimakrise auf die Idee kommen, fossile Infrastruktur nicht nur generell sondern auch noch stärker als geplant auszubauen?"

Marie Kollenrott vom Landesverband Erneuerbare Energie in Niedersachsen stellte die Rolle der Erneuerbaren Energien beim Umbau der Energieversorgung heraus: „Die Erneuerbaren müssen die fossilen Energien schnellstmöglich ablösen. Insbesondere Windenergie und Photovoltaik sind dabei die Arbeitstiere der Energiewende. Wir wollen und wir können zunehmend mehr grünes Gas aus Erneuerbaren produzieren, das schafft Wertschöpfung vor Ort. Die Gasimporte werden durch eine ernstgemeinte und zügige Energiewende zwangläufig stetig zurückgehen, es ist daher aus unserer Sicht nicht verantwortlich fossile Energie länger als nötig zu subventionieren und Pfadabhängigkeiten zu schaffen, indem man neue, gigantische Transportstrukturen schafft!“

Julia Verlinden fasste die Diskussion zusammen: "Die Gaswende ist möglich und nötig. Die Trends im Energiesystem sind klar: hin zu Erneuerbaren und Energieeffizienz und weg von der Kohle und dem fossilen Erdgas. Die Gaswende ist essentiell für die Energiewende, deswegen brauchen wir keine neue Gasinfrastruktur."

Ein Mitschnitt der Debatte kann hier angesehen werden (externer Youtube-Link).

 

-> Zur dritten Onlineveranstaltung "Wie gelingt die Gas-Wende" geht's hier.