Hospitationsprogramm: Schüler*innen begleiten Abgeordnete Ulrike aus Braunschweig hospitiert im Landtag

Zwei Schülerinnen aus Südniedersachsen hatten in der vergangenen Woche die Chance, der Abgeordneten Imke Byl aus Gifhorn bei ihrer politischen Arbeit für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Niedersächsischen Landtag über die Schulter zu schauen. Eine Woche lang bekamen sie Einsicht in die interne Arbeit der Fraktion, des Arbeitskreises Umwelt & Landwirtschaft und konnten auch das dreitägige Plenum, teilweise vor Ort und teilweise digital, verfolgen. Die beiden erhielten so viele spannende Einblicke in die tägliche Arbeit der Abgeordneten und ihrer Mitarbeiter*innen.

„Ich habe großen Respekt vor der Arbeit der Abgeordneten bekommen“, erzählt Ulrike aus Braunschweig, 16 Jahre alt. „Ihr Terminkalender ist oft voll bis über beide Ohren. Umso schöner fand ich, dass Imke sich trotzdem die Zeit genommen hat, sich mit uns Hospitantinnen zu treffen und darüber zu reden, was uns politisch im Moment so bewegt. Wir haben über viele verschiedene Themen mit ihr gesprochen, unter anderem über Klimaschutz, Feminismus und LGBTQIA+.“ Außerdem sprachen Imke Byl und ihre Hospitantinnen darüber, wie sie den Weg in die Politik gefunden hat und warum es ihr so wichtig ist, dass sich auch junge Menschen politisch engagieren.

„Es gibt so viele Menschen, die sich immer nur beschweren, wenn etwas nicht so läuft, wie es ihrer Meinung nach sein sollte. Ich wollte zu den Leuten gehören, die auch aktiv etwas dafür tun, dass Missstände behoben werden und das Leben vieler Menschen verbessert wird“, erklärte Imke Byl. Ihr ist es vor allem ein Anliegen, dass sich mehr Frauen in der Politik engagieren. „Solange Politik hauptsächlich von Männern gemacht wird, werden auch Entscheidungen getroffen, die zum Wohle der Männer sind, die Anliegen der Frauen aber mehr oder weniger ignorieren. Wir brauchen mehr Frauen in den Parlamenten, sei es auf Ebene des Landkreises, im Landtag, im Bundestag oder im EU-Parlament in Brüssel. Nur so können wir dafür sorgen, dass Frauen endlich gehört werden und die Gleichberechtigung weiter voranschreitet.“ Der Niedersächsische Landtag geht hier leider nicht mit einem guten Beispiel voran: nur gut ein Drittel der Abgeordneten sind Frauen, die Parität liegt in weiter Ferne.

Umso mehr freut sich die Abgeordnete, dass ihre Hospitantinnen zwei politisch sehr interessierte Mädchen sind: „Es ist schön zu sehen, dass sich immer mehr Mädchen und junge Frauen für Politik interessieren und sich vorstellen können, vielleicht auch eines Tages selbst in die Politik zu gehen. Es ist gut, dass es diese Hospitationsangebote gibt, um bei den Jugendlichen Interesse am Beruf der Abgeordneten zu wecken. Es ist wichtig, dass diese Programme noch bekannter werden und viele Jugendliche diese Chance ergreifen.“

Das Hospitationsprogramm des Landtages gibt es seit 1998 und es hat seitdem mehr als 1700 Schülerinnen und Schülern einen Einblick in den landespolitischen Alltag gewährt. Die Teilnahme am Programm ist nicht kompliziert. Man muss weder einen Lebenslauf noch eine Bewerbung schreiben. Man kontaktiert einfach das Büro des entsprechenden Abgeordneten und vereinbart einen Zeitraum für die Hospitation. Dieser kann bis zu fünf Tage lang sein, man muss sich für diesen Zeitraum dann von der Schule freistellen lassen.

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