Neue Hühnermastanlagen im Nordkreis Gifhorn Probleme gemeinschaftlich lösen statt neue schaffen

Foto: Sven Brauers
Foto: Sven Brauers

In Wittingen soll es nach dem Willen der Betreiber*innen zum Bau neuer Hühnermastanlagen kommen. Die Hähnchen Bioenergie GmbH möchte beispielsweise ihre bestehenden vier Hühnermastställe von 159.000 Tierplätze auf insgesamt 285.000 Tierplätze erweitern. Der darunter liegende Grundwasserkörper gehört zu den neu definierten „roten Gebieten“ mit besonders hoher Nitratbelastung.

Mit einer Anfrage an die Landesregierung will die Gifhorner Landtagsabgeordnete Imke Byl in Erfahrung bringen, wie sichergestellt werden soll, dass sich die Nährstoffbelastung durch den Bau nicht weiter verschlimmert. Außerdem will die Grüne wissen, wie die Geruchsimmissionen im Rahmen gehalten werden sollen, wie die Tiere vor möglichen Bränden geschützt werden und was die Landesregierung zur Gefahr der Bildung und Verbreitung multiresistenter Keime sagt.

Byl: „Es ist doch absurd: Während Niedersachen und Deutschland über die zu hohe Nitratbelastung und zu viel Massentierhaltung diskutieren, sollen im Nordkreis weiter Fakten geschaffen werden. Riesige Hühnermastanlagen, die zur Überproduktion führen und Umwelt und Anwohner*innen belasten, sind nicht mehr zeitgemäß. Wer soll am Ende den Karren aus dem Dreck ziehen? Die rot-schwarze Landesregierung muss allein schon aus Eigeninteresse sicherstellen, dass nicht noch mehr Massentierhaltungsanlagen besonders in belasteten Regionen entstehen. Stattdessen brauchen wir einen Systemwandel, in dem umweltgerechtes Verhalten und Tierwohl belohnt werden und mit dem wir etwas gegen das Höfesterben tun. Immer mehr, immer größer, das ist die falsche Richtung. Auch viele Landwirt*innen haben das erkannt und setzen sich für faire Löhne, faire Lebensmittelpreise und umweltgerechtes Arbeiten ein. SPD und CDU sollten sich dem endlich anschließen.“

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