Landtagsanhörung zu Landwirtschaft und Klimawandel Landkreis Gifhorn besonders von Ertragseinbußen betroffen

Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft beschäftigen insbesondere nach den letzten zwei sehr trockenen Jahren 2018 und 2019 und einigen neuen Hitzerekorden viele landwirtschaftliche Betriebe. Anlässlich eines Antrags der Grünen aus dem Sommer 2018 fand endlich in der gestrigen Sitzung des Agrarausschusses des niedersächsischen Landtages eine Anhörung statt, in der auch mögliche Auswirkungen der Klimakrise auf die Landwirtschaft im Landkreis Gifhorn zur Sprache kamen.

 

Für die Forderungen der Grünen gab es eine Menge Zuspruch von der überwiegenden Mehrzahl der anzuhörenden Experten. Ein besonderer Fokus der Debatten während der etwa dreistündigen Anhörung lag auf der Forderung nach verstärktem Humusaufbau, um mehr Kohlenstoff im Boden zu speichern und die Fähigkeit des Bodens, Feuchtigkeit zu halten, zu verbessern. Dabei sprachen sich nahezu alle Experten für ein Wassermanagement aus, das das Wasser in der Fläche hält. Auch die Förderung von wassereinsparender Technik insbesondere bei der Bewässerung hat großen Anklang gefunden.

 

Einigen Aussagen zufolge sei der Ökolandbau in vielerlei Hinsicht ein Vorbild für eine gute Bodengesundheit. „Auch aus diesen Gründen benötigen wir in Niedersachsen mehr Biolandwirtschaft. Insgesamt haben wir hierzulande nur etwa 4% Ökolandbau und sind damit Schlusslicht. Auch wenn der Nordosten mit 15% da als Vorbild voraus geht, haben Karten des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung deutlich gezeigt, dass insbesondere die Landkreise Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Uelzen, Celle und Gifhorn künftig mit 10-15% Ertragseinbußen durch die Klimakrise zu rechnen haben werden. Am höchsten ist die Gefahr vor allem im Osten unseres Landkreises“, so die Gifhorner Landtagsabgeordnete Imke Byl.

 

 

Als weitere Maßnahmen für den Klimaschutz im Land kamen unter anderem auch die Reduktion der Tierzahlen, ein verbesserter Hitzeschutz bei Stallbauten, die Einhaltung der Vorgaben für Tiertransporte und der Verzicht von Sojaimporten aus Regenwaldgebieten zur Sprache. „Durch die vielseitigen Anregungen bei der Anhörung haben sich einige weitere sinnvolle Ergänzungen für den Antrag ergeben, der so nun nicht einfach von CDU und SPD abgelehnt werden kann. Wir müssen endlich handeln und erwarten deshalb von der GroKo, dass sie bis zur Abstimmung über den Antrag nicht wieder ein Jahr verstreichen lässt.“, so Imke Byl.

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