Besuch der Kita Bleiche in Gifhorn Kitas besser unterstützen

Bei ihrem Besuch in der Kita Bleiche in der Gifhorner Innenstadt zeigte sich die Gifhorner Landtagsabgeordnete der Grünen sichtlich beeindruckt vom hohen Engagement aller Erzieherinnen. Im gemeinsamen Gespräch mit der Leitung kamen vor allem die Engpässe in der Betreuung zur Sprache.

„Derzeit fehlen uns bei der Betreuung der Krippengruppe zwei Vollzeitstellen – eine durch Nichtbesetzung, eine weitere aufgrund einer Langzeiterkrankung“, so die neue Leiterin der Kita Frau Christa-Elisabeth Jambor. Dies kann zwar momentan noch durch eine Umschichtung einer Stelle aus der Kita-Gruppe abgemildert werden, allerdings fehlen dafür dann natürlich wieder Stunden für die Betreuung der anderen Gruppe. „Eine Dauerlösung kann das nicht sein“, stellt die Leiterin klar.

Erst im Mai diesen Jahres kam es aufgrund von akutem Personalmangel in der Kita zu zwei Schließtagen. Byl kritisiert daher auch das Kita-Gesetz der Großen Koalition: „Die tatsächliche Situation in den Kindertagesstätten findet im Gesetz leider keine Beachtung. Weder eine bessere Personalausstattung noch die Qualitätsverbesserung der Betreuung werden berücksichtigt. So werden klar identifizierte Probleme zu Lasten der Erzieherinnen und Erzieher im Land weiterhin ignoriert.“ Aus diesem Grund haben die Grünen bereits im Januar einen Antrag in den Landtag eingebracht, mit dem über einen Stufenplan eine Drittkraft für die Kita-Gruppen im Gesetz festgeschrieben und vom Land finanziert werden soll.

Bei dem Termin ging es auch um die Beitragsfreiheit, die von der Großen Koalition für Kinder ab drei Jahren mit dem Kita-Gesetz innerhalb von nur wenigen Monaten beschlossen wurde. „Die Kosten, die damals veranschlagt wurden, waren viel zu gering angesetzt. Statt der geplanten 250 Millionen Euro pro Jahr steht inzwischen fest, dass sich die Kosten auf bis zu 441 Millionen Euro belaufen werden. Das reißt ein großes Loch in den Landeshaushalt, das Geld für die Unterstützung der Kitas fehlt. Ausbaden tun das auch die Kommunen, die auf vielen Kosten sitzenbleiben, und die engagierten Erzieherinnen und Erzieher“, so die Landtagsabgeordnete.

Um die Personalausstattung zu verbessern, wünscht sich die Leiterin der Kita die Unterstützung des Landes: „Durch den hohen Betreuungsbedarf werden immer weitere Standorte aus dem Boden gestampft, aber durch den enormen Fachkräftemangel kann der Personalbedarf nicht gedeckt und Stellen gar nicht erst besetzt werden. Die Ausbildung muss attraktiver gestaltet werden. Wenn das zeitnah nicht passiert, mache ich mir große Sorgen.“

Auch die Landtagsabgeordnete stimmt dem zu: „Bei der derzeitigen Überlastung unserer vorhandenen Fachkräfte zögern immer mehr potenzielle Nachwuchskräfte, diesen Beruf überhaupt zu erlernen. Viele Erzieherinnen und Erzieher wechseln sogar den Beruf. Erzieherinnen und Erzieher erfüllen eine anspruchsvolle und wichtige Aufgabe und erhalten von Politik und Gesellschaft immer mehr Aufgaben, wie beispielweise die vorschulische Sprachförderung, die bisher von Grundschullehrkräften durchgeführt wurde. Deshalb ist klar: für Berufe im sozialen Bereich braucht es endlich mehr Anerkennung – sowohl gesellschaftlich als auch finanziell.“

Mehr Unterstützung würde sich die Kita auch bei den finanziellen Angelegenheiten im Bereich der Ausstattung wünschen. „Unser Klettergerüst benötigt dringend eine Erneuerung. Wenn sich die Abnutzung weiter verstärkt, müssen wir irgendwann das Klettergerüst sperren, um eine Gefährdung der Kinder auszuschließen“, so die Leiterin zum Zustand der Außenanlage.

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