Statement Imke Byl zum Onshore Windenergie-Ausbau

Zum Statusbericht des Onshore Windenergie-Ausbaus im 1. Halbjahr 2019 sagt die energiepolitische Sprecherin Imke Byl: 

Der Einbruch bei der Windenergie an Land ist dramatisch. Der Zubau in Niedersachsen lässt sich an drei Händen abzählen: In diesem Jahr wurden in ganz Niedersachsen bislang nur 14 neue Windenergieanlagen in Betrieb genommen.

Die Ausschreibungspflicht für Windenergieanlagen wirkt als Ausbaukiller, die Folgen sind auch in Niedersachsen verheerend. Umweltminister Olaf Lies feiert Niedersachsen gerne als Windenergieland Nummer 1 – bei diesen mageren Zahlen kann aber von einer Spitzenposition keine Rede sein.

Die Onshore-Windenergie ist bislang der Motor der Energiewende. Als günstige Ökoenergie ist die Windkraft an Land für den Klimaschutz unverzichtbar. Die Bundesregierung muss die Blockaden aufgeben und die Förderung wieder entbürokratisieren. Das Land muss schleunigst dafür sorgen, dass ausreichend geeignete Flächen für die Windkraft an Land zur Verfügung stehen und die Genehmigungsverfahren konkretisieren, damit transparente Bedingungen herrschen und sich Projekte nicht in Klageverfahren verlieren. Ansonsten wird sich diese desaströse Lage nicht verbessern.

Hintergrund:

Um 94 % ist der Zubau von Onshore-Windenergie in Niedersachsen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eingebrochen. Im ersten Halbjahr 2018 wurden noch 130 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 718 MW ans Netz genommen, 2019 waren es bislang nur 14 Anlagen mit 47 MW.  Nicht bekannt ist bislang, wie viele Onshore-Anlagen 2019 in Niedersachsen altersbedingt vom Netz genommen wurden. Somit ist zu erwarten, dass die Wind-Kapazitäten im Land insgesamt nur minimal ansteigen.

Die schwarz-rote Bundesregierung hat die Förderung der Windenergie umgestellt: Die garantierten Einspeisevergütung wurden abgeschafft, nun sollen Windanlagen in einem Ausschreibungsverfahren um möglichst niedrige Förderzuschüsse konkurrieren. Alle Übergangsfristen liefen Ende des Jahres 2018 aus.

 

 

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