Pressemeldung Nr. 58 vom

Niedersachsen Negativ-Spitzenreiter bei Wasserproblemen Imke Byl: Nachhaltige Wasserpolitik geht nur mit intakten Ökosystemen

Darum geht’s

Umweltminister Olaf Lies hat am Mittwoch (17. Juni)  einen Sonderbericht zur Grundwassersituation in Niedersachsen vorgestellt. Der offenbart eine dramatische Entwicklung. Die Klimakrise sorgt für sinkende Grundwasserpegel, Wasserknappheit und trockene Böden. Für die Landwirt*innen gehen die Kontingente für die Beregnung schneller als erwartet zur Neige. Die Grünen im Landtag fordern für Niedersachsen als besonders stark betroffenes Bundesland dringend ein nachhaltiges und ökologisches Wassermanagement. Eine aktuelle bundesweite Wasserstudie des BUND belegt den Handlungsbedarf für Niedersachsen angesichts negativer Spitzenwerte bei Nitratbelastung und Wasserbedarf der Landwirtschaft. Zu den Handlungsbedarfen für die Wasserversorgung in Niedersachsen findet im Umweltausschuss des Landtags am kommenden Montag (22. Juni) eine Expert*innen-Anhörung statt. 

Das sagen die Grünen: 

Imke Byl, umweltpolitische Sprecherin:

„Wir erleben bereits den dritten Dürresommer in Folge. Nicht erst der Bericht des Ministers, schon der BUND hat in seiner aktuellen Studie die dramatische Situation für die Wasserversorgung in Niedersachsen klar benannt: Mehr als die Hälfte der bundesweit bewässerten landwirtschaftlichen Flächen liegen in Niedersachsen. Fehlender Regen macht immer mehr Bewässerung nötig. Das lässt auf Dauer aber das Grundwasser weiter sinken, das Wasser fehlt u.a. für die Wälder. Anstatt sich der Probleme anzunehmen, hat der Umweltminister auf die Schnelle einfach bloß den Bilanzzeitraum der Beregnungskontingente von 10 auf 15 Jahre erhöht - völlig ohne Auflagen. Das ist mehr als nur fahrlässig und das Gegenteil von nachhaltiger Wasserpolitik! 

Hinzu kommt, dass Niedersachsen seit langem vorn liegt bei der Belastung des Grundwassers mit Nitrat. Und unser Land wird infolge der Klimakrise stärker von Hochwasser-Katastrophen und Überschwemmungen betroffen sein als andere Bundesländer.

Das bedeutet: Wir brauchen endlich eine grundlegende Neuausrichtung in der Wasserpolitik! In den Mittelpunkt gehört der Schutz und die Renaturierung unserer Ökosysteme. Sie sind von unschätzbarem Wert für eine nachhaltige Wasserpolitik. Wir brauchen gesunde Flüsse und Auen, wiedernässte Moore und vitale Laub-Mischwälder. Zudem muss endlich Schluss damit sein, für Straßen und andere Bauten immer mehr Flächen zu versiegeln. Die Grünen haben deshalb neben dem Klimaschutzgesetz einen gesonderten Antrag für ein Umsteuern in der Wasserpolitik vorgelegt. Die Beton- und Asphaltpolitik, wie sie die GroKo auch in Niedersachsen noch immer gern propagiert, ist längst gescheitert."

Hintergrund 

Der Umweltverband BUND hat in dieser Woche eine Studie zu den Auswirkungen des Klimawandels auf den Wasserhaushalt vorgelegt. Durch häufigere Starkregenereignissen steigt u.a. das Risiko von Überschwemmungen, betroffen ist insbesondere das Land Niedersachsen. Aufgrund der intensiven Landwirtschaft in Niedersachsen entwickeln sich auch zunehmend Nutzungskonflikte um das Wasser. Laut BUND werden bundesweit bislang nur 2,7 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen bewässert. Über die Hälfte dieser Flächen liegen allerdings in Niedersachsen. Grund sind u.a. sandige Böden und der hohe Anteil der Landwirtschaft, die unter fehlendem Regen leidet. Zudem ist das niedersächsische Grundwasser in Folge von Düngeüberschüssen auf 60 % der Landesfläche übermäßig mit Nitrat belastet.

 

 

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