Antibiotikaresistente Keime in Gewässern Imke Byl: Messprogramm des Landes muss ausgebaut werden

Viele Gewässer in Niedersachsen sind mit multiresistenten Keimen belastet. Ursache sind vermutlich Antibiotika-Einträge aus der Humanmedizin und der industriellen Tierhaltung. Die Landesregierung hat ein Messprogramm für multiresistente Keime angekündigt. Die Grünen halten dies jedoch für ungenügend.  

Die Abgeordnete Imke Byl kritisiert: „80 Messstandorte sind nicht ausreichend, um die Quellen für Antibiotikaresistenzen zu untersuchen. Krankenhäuser und andere medizinische Einrichtungen sowie die Massentierhaltung sind als Risikostandorte bekannt und müssen genauer unter die Lupe genommen werden.“  

Aufgedeckt wurde das Problem durch Recherchen des NDR, der gezielt in den viehstarken Regionen im Nordwesten Niedersachsen Gewässer beprobt hatte. An diesen Standorten will auch das Umweltministerium Vergleichsmessungen machen. Darüber hinaus ist jedoch keine verstärkte Untersuchung von Risikoregionen vorgesehen.  

„Im Landkreis Gifhorn sind nur zwei Messstellen vorgesehen. Das Messprogramm muss dringend ausgeweitet werden. Dabei müssen vor allem Badegewässer regelmäßig auf multiresistente Keime untersucht werden,“ fordert Byl. Entscheidend sei es, den Eintrag von Antibiotika-Rückständen in Gewässer zu minimieren. „Multiresistente Keime dürfen sich im Trinkwasser, in Flüssen und Seen nicht verbreiten. Die Nachrüstung von Kläranlagen würde jedoch die Wasserpreise steigen lassen. Deshalb muss der Einsatz von Antibiotika insgesamt reduziert werden, um das Problem an der Wurzel anzugehen.“  

Zurück zum Pressearchiv