Landesregierung offenbart Hühnermastanlagen-Pläne in Isenbüttel und Wittingen Imke Byl: Ausweitung der Massentierhaltung ist das Gegenteil von umweltgerechter Landwirtschaft

Gleich in mehreren Gemeinden im Landkreis Gifhorn sollen Hühnermastställe erweitert bzw. neu gebaut werden. Die grüne Landtagsabgeordnete Imke Byl hat dazu die Landesregierung befragt, die Antworten des SPD-geführten Umweltministeriums liegen nun vor. „Erschreckend“ bewertet Byl das Ausmaß der Pläne. Tatsächlich offenbart die Landesregierung in ihrer Antwort sogar Planungen, die an den Standorten selbst noch gar nicht bekannt sind. In Isenbüttel gibt es laut Landesregierung eine Voranfrage für ca. 100.000 Tierplätze, in Wittingen wird mit 180.000 Tierplätzen geplant. Bislang standen in der Öffentlichkeit Darrigsdorf, Ohrdorf und Lüben im Fokus.

Der Gemeindedirektor Isenbüttels wundert sich sehr über diese Information: „Wieso bezieht der Landkreis Gifhorn die Gemeinde Isenbüttel in dieser wesentlichen Frage nicht mit ein?“, so Klaus Rautenbach. Auch in Wittingen zeigt man sich sehr verwundert.

Insgesamt sollen über 500.000 neue Mastplätze für Hühner im Landkreis geschaffen werden. „Das würde die Hühnermast-Kapazitäten im Landkreis Gifhorn verdoppeln“, verdeutlicht die Landtagsabgeordnete Byl die riesige Dimension. „Deshalb ist es umso unverständlicher, dass die betroffenen Gemeinden anscheinend erst durch eine Antwort der Landesregierung auf meine Anfrage als Abgeordnete von solchen Plänen bei sich vor Ort erfahren, anstatt durch den Landkreis und die Betriebe selbst.“

„Diese massive Ausweitung der Massentierhaltung in unserer Region ist das komplette Gegenteil von umweltgerechter Landwirtschaft. Sowohl dem Tierschutz als auch dem Umwelt- und Grundwasserschutz läuft das komplett zuwider. Die Pläne zeigen doch, wo uns diese unsinnige Logik ‚Wachse oder Weiche‘ hinführt. Das ist nicht zukunftsverträglich“, erklärt die Abgeordnete. „Auch für andere landwirtschaftliche Betriebe vor Ort können diese Riesen-Mastanlagen zum Problem werden, wenn zum Beispiel Geruchsimmissionsgrenzwerte durch die großen Betriebe ausgereizt werden und für kleinere kein Entwicklungsspielraum mehr übrig bleibt. Dabei sollen doch gerade kleine und mittlere Betriebe unterstützt werden.“

Auch in Sachen Nitratbelastung sind die Planungen problematisch. Insbesondere die geplanten Ställe in Wittingen für 180.000 Hühner und Ohrdorf für 100.000 Hühner liegen in vorbelasteten Gebieten. Das Umweltministerium bestätigt, dass die Nitratbelastung im entsprechenden Grundwasser schon jetzt weit über dem Schwellenwert liegt. Auch im dortigen Sickerwasser werden die Nitrat-Werte überschritten. Dies belegt nach Angaben des Ministeriums, dass die Landwirtschaft die Ursache für die überhöhte Nährstoffbelastung ist.

„Das Ministerium erklärt, dass insgesamt in Niedersachsen die Nitratbelastung zu hoch ist. CDU und SPD haben deshalb gerade erst eine wesentlich strengere und vielseitig kritisierte Düngeverordnung auf Bundesebene beschlossen. Doch für die einzelnen Genehmigungsverfahren spielt das offensichtlich keine Rolle. Uns droht im Nordkreis also trotzdem eine Verschärfung der Nitratbelastung, zulasten aller weiteren dort wirtschaftenden Landwirtinnen und Landwirte“, kritisiert Byl.  

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