Besuch im Landtag Hauptschulabschlusskurs trifft Landespolitik

Wer regelt eigentlich was in Deutschland? Wo wird über Bildung und andere Themen entschieden? Und was hat das mit meinem Leben zu tun? Um diesen Fragen nachzugehen, besuchte der Hauptschulabschlusskurs der Kreisvolkshochschule und des Caritasverbandes Peine Ende Januar 2020 auf Einladung der Abgeordneten Imke Byl aus Gifhorn den Niedersächsischen Landtag in Hannover. Gestartet wurde im altehrwürdigen Leineschloss mit einer Führung durch das Foyer und den Plenarsaal. „Wir haben uns im Vorfeld schon virtuell intensiv mit dem Parlament befasst, die Örtlichkeit real zu besuchen war dazu eine gute Ergänzung“, berichtet Stefanie Weigand, Mitarbeiterin des Caritasverbandes und Betreuerin des Kurses. Da der Besuch außerhalb der Sitzungswochen lag, konnten die Teilnehmer*innen sich den neu ausgebauten Plenarsaal sowohl von der Besuchertribüne aus als auch direkt genau anschauen.

Anschließend wechselte die Gruppe das Gebäude und besuchte die Räume der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen, wo sie von Imke Byl erwartet wurde. Es folgte eine ca. einstündige intensive Diskussion, in der fast alle der im Kurs vorbereiteten Fragen beantworten werden konnten. „Was kann man tun, um gesunde Ernährung zu fördern?“ oder auch  „Wie kann die Umwelt besser vor Plastik geschützt werden?“ wollten die Kursteilnehmer*innen von der umweltpolitischen Sprecherin der Fraktion wissen. Über die Frage: „Warum wird in Deutschland so viel Geld für Straßen ausgegeben, wenn die Leute von den Autos weg sollen?“ entspann sich ein lebhafter Austausch über die Möglichkeiten der Mobilität auf dem Lande und die Notwendigkeit eines gut ausgebauten Öffentlichen Personennahverkehrs, woran sich eine andere konkrete Frage anschloss: „Warum wird der ÖPNV teurer, wenn doch damit das Klima geschützt werden kann?“. Der Kurs interessierte sich auch für Fragen rund um die Landwirtschaft. „Mich hat interessiert, ob die Grünen auch konventionelle Landwirte unterstützen“, wollte Tina Wyskocil wissen. Die junge Frau, die nach dem Schulabschluss selbst den Beruf der Landwirtin ergreifen  möchte, fühlte dabei der Abgeordneten genau auf den Zahn. „Ich habe erfahren, dass die Grünen zwar einen Umbau hin zu ökologischer Landwirtschaft wollen, jedoch davon ausgehen, dass die konventionelle Landwirtschaft auch weiterhin eine große Rolle spielen wird.“, fasste sie zusammen.  „Uns ist wichtig, dass nicht nach Fläche und Masse subventioniert wird, sondern dass gerade die kleinen und mittelständischen Höfe stärker unterstützt werden, die momentan zu wenig von Subventionen profitieren“, erklärte die derzeit jüngste Abgeordnete des Parlaments. „Und wir wollen, dass jeder Betrieb über genügend Flächen verfügt, um die Futtermittel , die für die eigenen Tiere benötigt werden, selbst anbauen zu können und nicht für unser Fleisch weitere Urwaldflächen im Amazonasgebiet oder anderswo abgeholzt werden“, fügte sie hinzu.

Auch für andere gefährdete Regionen der Welt interessierte sich der Kurs. So gab es Fragen nach den Möglichkeiten, den Amazonas wieder aufzuforsten oder auch die grundsätzliche Frage nach dem Sinn, hier politische Themen zu diskutieren, wenn durch den Klimawandel in Australien die Wälder brennen und die globale Zukunft auf dem Spiel steht.

„Bisher war ich noch nie wählen“, äußerte eine der Teilnehmerinnen auf der Rückfahrt nach Peine und fügte hinzu: „Bei der nächsten Wahl bin ich dabei“.

 „Neben der Vermittlung von Fachwissen ist es allen Aktiven rund um das Kursangebot sehr wichtig, den Teilnehmer*innen auch andere Horizonte zu eröffnen. Zur Bildung gehört dazu, dass jede*r Bürger*in Kenntnisse darüber erlangt, wie unsere demokratischen Systeme funktionieren und welchen Einfluss man selbst nehmen kann“, fasste Weigand die Eindrücke des Tages zusammen.

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