Braunschweig-Thune: Störfall mit radioaktiver Flüssigkeit aufgeklärt Grüne: Unfall durch Verstoß gegen die Sicherheitsvorschriften verursacht

Im vergangenen Herbst wurden bei einem Störfall 40 Milliliter einer radioaktiven Flüssigkeit im Produktionsbereich der Firma GE Healthcare Buchler in Braunschweig-Thune verschüttet. Über die Lüftungsanlage wurde Radioaktivität an die Umgebung abgegeben. Auf erneute Anfrage der grünen Landtagsabgeordneten Imke Byl, Julia Willie Hamburg und Miriam Staudte musste das niedersächsische Umweltministerium nun bestätigen, dass der Unfall durch eine Missachtung der Sicherheitsvorkehrungen verursacht wurde. Dazu Imke Byl, grüne Landespolitikerin für Braunschweig: „Ein vorgeschriebenes Sicherungselement wurde nicht genutzt, im Unternehmen wurde fahrlässig gehandelt. Der Unfall hätte verhindert werden können und damit die Strahlenbelastung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Umwelt.“ Byl kritisiert, dass dies erst durch Oppositionsarbeit im Landtag bekannt wurde. „Den Sicherheitsverstoß musste das Ministerium jetzt zugeben, weil wir den Unfallhergang sehr detailliert abgefragt haben. Zuvor hatte das Umweltministerium nur lapidar erklärt, die Unfallursache sei eine zerquetschte Plastikflasche gewesen. Tatsächlich hätte die Flasche in einem Schutztablett transportiert werden sollen, das aber nicht verwendet wurde.“ Miriam Staudte, grüne Atomexpertin, fordert eine belastbare und transparente Störfallanalyse für den Betrieb ein. „Die Unternehmen haben eine Störfallanalyse vorgelegt, die die unabhängigen Gutachter bislang aber nicht akzeptiert haben. Die Störfallanalyse darf nicht länger hinter verschlossenen Türen verhandelt werden. Wenn tatsächlich ein belastbares Schutzniveau gegeben ist, spricht doch nichts dagegen, das öffentlich vorzulegen. Dieser Fall zeigt leider, dass die Sicherheit erst überprüft wird, wenn schon etwas passiert ist.“ Entscheidend sei auch, dass die Landesatomaufsicht die Beachtung der Sicherheitsvorschriften streng kontrolliere. Die grünen Landespolitikerinnen danken auch der Bürgerinitiative Strahlenschutz Braunschweig (BISS) für ihre Arbeit: „Es zeigt sich mal wieder, dass die Kritik der BISS dringend nötig ist. Nur durch beharrliches Nachfragen und Druck von außen werden solche Vorgänge aufgeklärt.“

Zurück zum Pressearchiv