Störfall mit radioaktiver Flüssigkeit Grüne haken nach: Wie soll künftig Schlimmeres verhindert werden?

Im November 2017 ereignete sich bei der Firma GE Healthcare Buchler in Braunschweig-Thune ein Störfall, bei dem 40 Milliliter einer radioaktiven Flüssigkeit mit dem Stoff Jod 131 verschüttet wurden. Die Öffentlichkeit wurde jedoch erst fünf Tage später über die Medien informiert. Die grünen Landtagsabgeordneten Imke Byl, Julia Willie Hamburg und Miriam Staudte hatten die Landesregierung bereits Ende letzten Jahres zu den Unfallursachen und den Folgen der Strahlungsfreisetzung befragt und haken jetzt mit einer weiteren Anfrage nach.   Imke Byl, grüne Abgeordnete für Braunschweig: „Ursache für den Zwischenfall war wohl eine menschliche Unachtsamkeit. Auf dem Betriebsgelände werden aber noch weit größeren Mengen radioaktiver Stoffe gehandhabt, daher wollen wir von der Landesregierung wissen, welche Lehren sie aus dem Vorfall zieht. Da Wohnhäuser, Kita und Schule in unmittelbarer Nähe liegen, muss die Abgabe von Radioaktivität an die Umwelt unbedingt vermieden werden.“  

Miriam Staudte, Atomexpertin der grünen Landtagfraktion, kritisiert die Kommunikationspolitik von Umweltminister Lies: „Erst zwei Tage nach dem Vorfall kam das Umweltministerium zu dem Schluss, es sei keine gefährliche Freisetzung von Radioaktivität zu befürchten. Trotzdem wurde die Bevölkerung bis dahin nicht informiert – und noch weitere drei Tage im Unwissen gelassen. Ein verantwortungsbewusster Umgang mit den Risiken eines Betriebsstandorts, an dem täglich mit radioaktiven Stoffen gearbeitet wird, sieht anders aus. Umweltminister Lies muss auch im Hinblick auf die schnelle Verbreitung von Nachrichten über die sozialen Medien auf eine proaktive Öffentlichkeitsarbeit umschwenken und umgehend über den jeweils aktuellen Informationsstand berichten lassen.“

 

 

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