Brand in Schacht Konrad Grüne fragen bei der Landesregierung nach

Copyright: Imke Byl

Am 14. Mai ereignete sich ein Schwelbrand im ehemaligen Erzbergwerk Schacht Konrad, das derzeit zu einem Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle ausgebaut wird. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung informierte die Öffentlichkeit über den Brand erst zehn Tage später. Die für Braunschweig zuständige Landtagsabgeordnete Imke Byl und die atompolitische Sprecherin Miriam Staudte möchten mehr zu den Ergebnissen der Brandermittlungen wissen und haben eine Anfrage an die Landesregierung gestellt.

Imke Byl dazu: „Die geplante Umwidmung des ehemaligen Bergwerks Schacht Konrad in ein atomares Endlager ist vor Ort schon lange umstritten. Der Brand ist an alten Holzbalken entstanden, die noch aus dem Bergwerksbetrieb stammen. Das zeigt, dass der Umbau einer so alten Struktur nicht die Sicherheitsstandards liefern kann, die für die Einlagerung von radioaktivem Müll vonnöten sind. “

Erst im letzten Sommer hatte Umweltminister Olaf Lies auf eine Anfrage der grünen Abgeordneten erklärt, dass technisch auch eine Rückholoption für den Atommüll machbar wäre, entsprechenden Planungen aber aus Zeitgründen eine Absage erteilt.

Schon damals hatten die Grünen kritisiert, dass die Landesregierung offenbar auf Kosten der Sicherheit an einer schnellen Fertigstellung interessiert ist, ohne die vorgebrachten Bedenken von Expert*innen und Bürger*innen aus der Region zu berücksichtigen.

Miriam Staudte fügt hinzu: „Die Planungen für das Endlager Schacht Konrad stammen aus den 80er Jahren, das Sicherheitskonzept entspricht nicht dem heutigen Stand von Wissenschaft und Technik. Die Genehmigung für das Endlager wurde trotz Klagen von Anliegern und Kommunen höchstrichterlich bestätigt. Größere Änderungen am Sicherheitskonzept würden eine Neugenehmigung erfordern. Land und Bund wollen das unbedingt verhindern und klammern sich an die veralteten Endlagerpläne.“

Zurück zum Pressearchiv