Austritte von Öl und Lagerstättenwasser Byl: Wie viele unentdeckte Leitungsschadstellen gibt es noch im Kreisgebiet?

Wie mittlerweile der Konzern Vermilion erklärt, habe es nach der Leckage Ende Mai und im Ergebnis weiterer Prüfungen an der betroffenen Lagerstättenwasserleitung weitere vier Schadstellen gefunden und in kleinerem Umfang vollständig saniert. Dies bestätigt auch die Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der Landtagsabgeordneten Imke Byl. Die Grüne war durch den Wasserwirtschaftsingenieur Bernd Ebeling darauf aufmerksam gemacht worden, dass an der Leckage-Leitung weitere sechs Ausgrabungen vorgenommen worden waren.

Die Abgeordnete reichte direkt die nächste Anfrage bei der Landesregierung ein: „Bemerken die Förderunternehmen kleinere Schadstellen an ihren Leitungen normalerweise überhaupt? Das ist doch die Frage, die sich nun aufdrängt. Die Antwort auf meine Landtagsanfrage beruhigt mich auf jeden Fall nicht. Im Gegenteil, wir wollen es nun ganz genau wissen: Wie viele Kontrollen hat das Landesbergamt in den letzten fünf Jahren überhaupt durchgeführt? Und wie sollen die vielen Leitungen unter der Erde wirksam gerade auf kleinere Leckagen kontrolliert werden? Dass die Erdölförderung auch in den sensiblen Wasserschutzgebieten weiterhin stattfindet, halte ich für hochproblematisch. Dem Umwelt- und Wasserschutz muss auf jeden Fall Priorität eingeräumt werden!“ erklärt Byl.

„Es muss sich doch die Frage stellen, ob derartige Prüfungen ausreichend sind, wenn es immer wieder zu Unfällen kommt. Die undichte Leitung ist nach Angabe des Landesbergamts etwa 37 Jahre alt und es lässt sich nur vermuten, wie viele weitere Schäden sich noch an dieser und an anderen Leitungen befinden, die bisher unentdeckt bleiben.“ ergänzt der Wittinger Kreistagsabgeordnete Christian Schroeder. „Die Auswirkungen solcher Unfälle auf unser Grundwasser können verheerend sein. In Wasserschutzgebieten sollten Öl- und Gasbohrungen deshalb definitiv verhindert werden!“

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