Langer Fragenkatalog an die Landesregierung Byl: Förderung darf nicht auf Grundlage von Uralt-Genehmigungen weiter ausgebaut werden

Für neue Öl- und Gasbohrungen in Wasserschutzgebieten ist künftig routinemäßig eine Umweltverträglichkeitsprüfung einschließlich Öffentlichkeitsbeteiligung durchzuführen, eine entsprechende Anweisung hat das Landesbergamt (LBEG) von der Landesregierung erhalten. Umwelt- und Wirtschaftsministerium begründen dies damit, dass die Trinkwasserversorgung besonders geschützt werden müsse.

Für die im Wasserschutzgebiet Schönewörde geplante, unterirdische Verpressung von Lagerstättenwasser soll diese Neuregelung jedoch nicht gelten.

 

Das Unternehmen Vermillion plant, fünf Bestandsbohrungen der Ölförderung für die Verpressung von Lagerstättenwasser umzunutzen und teilweise abzulenken, also in der Tiefe in eine neue Richtung zu bohren. Auch eine weitere Leitung für den Transport von Lagerstättenwasser befindet sich bereits im Bau. Unklar ist bislang, wie viel des hochsalzigen Lagerstättenwassers künftig unterhalb des Wasserschutzgebiets verpresst werden soll.

 

Imke Byl, grüne Landtagsabgeordnete für Gifhorn, will dies nun mit einem langen Fragenkatalog an die Landesregierung aufklären. Dazu Byl: „Es darf nicht sein, dass für die Umnutzung von Bestandsbohrungen geringere Umweltstandards gelten als für neue Bohrungen. Und auch Transportleitungen für wassergefährdende Stoffe haben in einem Wasserschutzgebiet nichts verloren. Der Schutz des Trinkwassers muss Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen haben. Dazu gehört auch, dass die Förderung nicht auf Grundlage von Uralt-Genehmigungen immer weiter ausgebaut wird. Die heutigen Schutzstandards sind ohnehin zu gering – und nicht mal diese werden im Landkreis Gifhorn durchgesetzt.“

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