Grüne fordern dezentrale Unterbringung Byl: Corona-Ansteckung in Sammelunterkunft Ehra-Lessien ist ein Desaster

Aufmerksamkeit erhält der Landkreis Gifhorn landesweit gerade aus sehr unerfreulichen Gründen. In der Geflüchteten-Sammelunterkunft in Ehra-Lessien wurden Bewohner*innen positiv auf das Corona-Virus getestet. Nun ist die gesamte Anlage in Quarantäne versetzt worden. Die Grünen fordern die schnellstmögliche dezentrale Unterbringung der bisher noch nicht infizierten Bewohner*innen, um weitere Fälle zu verhindern. Außerdem sehen sie auch die Landesregierung in der Pflicht und wollen in einer offiziellen Landtagsanfrage von der GroKo wissen, was sie für den Gesundheitsschutz der Geflüchteten tut.

„Sowohl wir Grüne vor Ort und auf Landesebene als auch der Flüchtlingsrat Niedersachsen kritisieren seit langem die Unterbringung von Geflüchteten in Sammelunterkünften. Eine dezentrale Unterbringung ist für die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, für genügend Rückzugsmöglichkeiten und für das Führen eines selbstbestimmten Lebens unersetzbar. Durch die Corona-Pandemie sind Sammelunterkünfte für ihre Bewohner*innen jedoch besonders gefährlich geworden. Die Einhaltung von Mindestabständen und die Kontaktreduzierung ist in einer Sammelunterkunft schwer zu leisten.“ erklärt die Gifhorner Landtagsabgeordnete Imke Byl. „Einer sehr schnellen Weiterverbreitung des Virus ist dementsprechend schwerer etwas entgegenzusetzen. Sammelunterkünfte dieser Art drohen damit schnell zu Corona-Hotspots zu werden. Spätestens bei Ausbruch der Corona-Pandemie hätten daher deutlich mehr Anstrengungen seitens des Landkreises erfolgen müssen, die Bewohner*innen in dezentralen Unterkünften unterzubringen und sie so zu schützen.“

„Jetzt ist das Virus in der Unterkunft. Es ist richtig, Infizierte und nicht Infizierte voneinander zu trennen. Doch spätestens jetzt müssen doch diejenigen, die sich bisher nicht infiziert haben, schnellstmöglich dezentral untergebracht werden. Das gilt im Übrigen für alle Sammelunterkünfte sowohl im Landkreis Gifhorn als auch in Niedersachsen. Der Gesundheitsschutz muss für alle gelten, auch für Geflüchtete!“ fordert ihre Kollegin Susanne Menge, grüne Landtagsabgeordnete und innenpolitische Sprecherin. „Hier ist der Landkreis in der Pflicht. Einfach alle Menschen am Standort in Quarantäne zu setzen und mit Polizei zu bewachen, ist keine Lösung. Doch auch von der Landesregierung wollen wir wissen, ob sie bei den Vorgängen einfach bloß zuschaut oder aktiv etwas für den Gesundheitsschutz der Geflüchteten und eine dezentrale Unterbringung vor Ort tut. Auch Geflüchtete müssen vor der Corona-Ausbreitung und einer ggf. kommenden zweiten Infektionswelle geschützt werden!“

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