Praktikumsberichte

Die erste Praktikantin bei Imke Byl

Das Praktikum bei der MdL Imke Byl hat mir einen umfangreichen Einblick in die Arbeit einer Landtagsabgeordneten und die Arbeit der Fraktion der Bündnis 90/ Die Grünen im niedersächsischen Landtag ermöglicht.

Von A wie Ausschussarbeit bis Z wie zusätzliche Redezeit bei Plenarsitzungen war es mir möglich ein großes Spektrum der Arbeitselemente von Mitarbeiter*innen, des Landtags generell und der Fraktion im speziellen, kennenzulernen. In den besuchten Ausschusssitzungen konnte ich aus erster Reihe beobachten, wie Themen eingebracht, beraten, debattiert, verhandelt und politische Entscheidungen getroffen werden. Dabei war es besonders spannend zu verfolgen, wie politische Kompromisse zwischen den unterschiedlichen Parteilinien entstehen. Zu erreichen war dies oftmals auch durch die Expertise Dritter, welche durch die Anhörungen von Verbänden, Fachleuten, Wissenschaftler*innen und Ministerienmitarbeiter*innen, eingeholt wird. In den Fraktionssitzungen habe ich einen Eindruck davon bekommen, wie die Arbeit innerhalb der Fraktion abläuft.

Die Arbeit der Geschäftsstelle, Pressestelle, Mitarbeiter*innen und den MdLs läuft hier zusammen. Die Teilnahme an den Plenarsitzungen gehört sicherlich zu den Highlights eines Praktikums, so auch in meinem Fall. Die Plenarsitzungen sind spannend zu beobachten, da hier nicht nur alle Mitglieder des Landtags aufeinandertreffen, sondern auch die Arbeit der einzelnen Ausschüsse.

Von symbolischen Gesten und strategischen Kniffen bezüglich der Geschäftsordnung, von vergnügter Heiterkeit und hitzigem Ärger, von anerkennendem Schulterklopfen und unangemessenen Kommentaren und von leidenschaftlichen Reden und unsachlichen Argumenten bietet eine Plenarsitzung des niedersächsischen Landtags das gesamte Spektrum. Die Möglichkeit der Mitarbeit in dem Team um Imke Byl ermöglichte mir einen organisatorisch und inhaltlich detaillierteren Einblick in die Arbeit einer MdL. So oft es im Rahmen des Möglichen war, durfte ich Imke Byl zu Terminen im und außerhalb des niedersächsischen Landtages begleiten. Darüber hinaus durfte ich durch eigene Projekte selbst ein Teil von politischer Arbeit sein.

Das Verfassen von kleinen Anfragen zu den eigens gewählten Themen Bildung für nachhaltige Entwicklung und Baustoffrecycling, die unterstützenden Recherchen zu den Themenfeldern Energieunion und Hybridbatteriespeicher, Content erstellen für den Instagram-Kanal von Imke Byl sowie die unterstützende Organisation des Klimakongresses gehörten zu meinen Aufgaben, die ich stets eigenverantwortlich organisieren und umsetzten konnte.

Mehr als nur ein Praktikum

Ich bin Elischa, 17 Jahre alt und wohne in Tiddische, einem Dorf im Landkreis Gifhorn. Derzeit besuche ich die Gesamtschule Sassenburg und komme in die 12. Klasse. Grüne Politik hat schon vor längerer Zeit mein Interesse geweckt, weil mir klar wurde, dass wir nur diesen einen Planeten haben den es zu schützen gilt, und mit der Zeit ist daraus eine persönliche Überzeugung geworden. Um die Arbeit der Partei noch besser verstehen zu können und einmal hautnah dabei zu sein, wenn Abgeordnete sich in Debatten begeben, um für ihre Überzeugungen einzustehen, habe ich mich für ein Praktikum bei Bündnis 90/ Die Grünen im Landtag Niedersachsen entschieden.

Die für meinen Landkreis zuständige Abgeordnete ist Imke Byl. Ich kannte sie zwar bereits von den sozialen Netzwerken und aus Interviews und Talkshows, aber am ersten Tag hatte ich die Möglichkeit, sie persönlich kennenzulernen. Das war sehr spannend, auch weil ich mir die Arbeit von Politiker*innen vorher anders vorgestellt hatte, vor allem nicht so anspruchsvoll: Am besten ist man überall zur selben Zeit und hat auf alles sofort eine zufriedenstellende Antwort, weil es scheinbar so erwartet wird. Je größer das Engagement, desto besser. Da habe ich mich gefragt, ob überhaupt noch Zeit für das Privatleben bleibt. Es ist aber auch gut zu wissen, dass hinter der Fraktion so engagierte Menschen stehen, die vollen Einsatz zeigen. Es folgte noch eine dreistündige Fraktionssitzung, in der sich mit jedem aktuellen Thema befasst und Standpunkte für die Öffentlichkeit beschlossen wurden. Ich hatte das Glück, meinen Praktikumszeitraum während der monatlich stattfindenden Plenarwoche zu haben, das habe ich natürlich genutzt und den Diskussionen für viele Stunden zugehört. Was ich vorher auch nicht wusste: Die Plenumsdiskussionen sind vor allem für die Öffentlichkeit gedacht, und hinter den Reden steckt eine Menge Arbeit, von der man als Außenstehende*r oft gar nichts mitbekommt. Als nächstes möchte ich auf jeden Fall einen Tag dem Bundestag zuhören.

Die Presse ist neben den sozialen Netzwerken das Sprachrohr in die Öffentlichkeit, und die Fraktion pflegt meiner Auffassung nach einen kontinuierlichen Austausch mit ihr, zum Beispiel habe ich an der regelmäßigen Pressekonferenz mit der Fraktionsvorsitzenden Anja Piel teilgenommen. Außerdem habe ich bei einem pressewirksamen Medium mitgewirkt, das im Landtag Ministerpräsident Stephan Weil überreicht wurde.

An meinem Arbeitsplatz habe ich für Imke recherchiert und auch eine eigene Urteilsfällung zum Thema „Elektromobilität - Ist die Zukunft elektrisch angetrieben?“ geschrieben. Der Austausch mit den anderen Praktikant*innen und FSJ-Absolvent*innen hat mir große Freude bereitet. Das Highlight der Praktikumszeit war für mich aber der von Imke Byl veranstaltete Klimakongress am Samstag, bei dem viele Menschen im Landtag zusammenkamen, um ihre Ideen zum Thema Klimaschutz zusammenzubringen. Es war ein gelungenes Event, bei dem ich einen Einblick dazu bekommen habe, was Öffentlichkeitsarbeit bedeutet, und auch für mich etwas mitnehmen konnte. Dort haben wir auch ein Interview mit einer Umweltaktivistin aus Uganda geführt, an dessen Übersetzung aus dem Französischen ich beitragen konnte.

Für mich ist die Politik nie im Landtag geblieben, sondern ich habe sie mitgenommen: Ich gehe mit anderen Augen durch die Straßen, achte plötzlich mehr auf den Ausbau der Radwege, kaufe anders ein oder sehe und höre mehr Ungerechtigkeit, denn für mich ist sie zu viel mehr geworden, als nur ein Wahlzettel alle vier Jahre. Politik ist eine Lebenseinstellung, sie ist ein Deckwort für den Wunsch nach Veränderung.

In diesem Sinne möchte ich mich ganz herzlich bei allen Menschen bedanken, die mir diese eindrucksvolle Zeit ermöglicht haben!

Elischa